PM: Besetzung der Schumannstraße Nr. 2 wird aufgelöst. Polizeigewalt eskaliert in der B-Ebene der Hauptwache

30 Nov

Bereits als die Besetzer_Innen der Schumannstrasse das Gebäude freiwillig verließen, prügelten Polizeikräfte auf die sich vor dem Haus befindlichen Personen ein. Mindestens 5 Personen wurden wurden hierbei verletzt. Eine spontan gebildete Demonstration konnte nur im Polizeispalier in Richtung Bahnhof aufbrechen. Auch hier kam es zu massiven Übergriffen durch die Polizei, welche wiederum zu Verletzungen führten.
Chaos brach aus, als die Demonstration an der Hauptwache aufgelöst wurde. Im Internet kursierende Videos zeigen, wie von Polizeikräften auf wehrlose, am Boden liegende Menschen eingetreten wird.
Zeitweise wurde sogar die B-Ebene der Hauptwache abgeriegelt. Es kam zu dramatischen Szenen.

Am 30.11.2012 um ca. 15:00 Uhr besetzte eine große Gruppe von Personen eine leerstehende Villa in der Schumannstraße im Frankfurter Westend. Es war geplant hier einen Raum zu etablieren, in dem Theorie Praxis und Party stattfinden sollten. Doch hierzu kam es nicht. Gegen 18 Uhr rückte die Polizei in Hundertschaftsstärke an. Sanitäter_Innen wurde der ungehinderte Zugang zum Gebäude versagt. Sie mussten das Areal verlassen, nachdem ihnen mit Festnahme und Beschlagnahme ihrer Ausrüstung gedroht wurde.

Einem von der Polizei gestellten Ultimatum wurde, nachdem eine Räumung durch die äußerst aggressiv auftretende Polizei unausweichlich erschien, nachgekommen. Gegen 19 Uhr wurde das Gebäude von den Besetzer_Innen geschlossen verlassen.
Die Menschen, welche das Haus verließen, wurden beim Verlassen von der Polizei mit Schlagstöcken angegriffen. Entgegen den von der Polizei getätigten Äußerungen, kam es nicht zu einem erneuten Versuch das Gebäude zu betreten. Mindestens fünf Personen wurden verletzt.

Unter dem Eindruck der Gewalt formierte sich ein spontaner Demonstrationszug.

Die Schülerin Sonja Lembke erklärte später hierzu: „Ich hatte in dieser Situation einfach nur Angst. Wir haben Versucht alle zusammenzubleiben. Während einige Bullen Witze rissen, versuchten andere uns das Fronttransparent zu entreissen. Immer wieder wurden Schlagstöcke eingesetzt.“

Der Demonstrantionszug setzte sich in Richtung Hauptbahnhof in Bewegung. Die Polizei hinderte mehrere Male das Fortkommen der Demonstration. Besonders den Weg durch die Kaiserstraße wurde mehrere Male aufgehalten.
Zu diesem Zeitpunkt zähle die Demonstration bereits um die 200 Teilnehmer_innen.
Sonja Lemke schildert: „Von den Demonstrantinnen und Demonstranten ging keine Gewalt aus, trotzdem war die Stimmung nach dem geräumten Haus spürbar gereizter“

An der Hauptwache wurde der Demonstrationszug aufgelöst. nachdem die Polizei ein Weiterkommen hinderte, entfernten sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen.
Ein ca. 20-jähriger Mann wurde von mehrere Beamt_innen in voller Montur mit an diesem Abend nicht erlebter Aggresivität in die B-Ebene verschleppt. Teilnehmende der aufgelösten Demonstration die dies verhindern wollten, wurden mit brutalem Schlagstockeinsatz angegangen, dabei kam es zu einer Kopfverletzung bei einem der Demonstranten.
„Das autoritäre Durchgreifen der Polizei hat nur mehr Chaos gestiftet. Der mehr als traurige Höhepunkt ist das einer der Verhafteten in einem Fastfood Restaurant festgehalten wurde und zum Verhör gezwungen. Eine undenkbar dramatische Situation die durch nichts gerechtfertigt ist.“ so eine Teilnehmerin die sich vor dem Fast-food Restaurant befand.

Die Hauptwache wurde nun komplett abgeriegelt. Mehrere Dutzend Demonstrant_Innen und schätzungsweise etwa 150 unbeteiligte Passant_Iinnen wurden Eingesperrt. Die Tore der U/S-Bahnstation Hauptwache wurden heruntergelassen. Nun eskalierte die Situation vollständig. Die Polizeikräfte, welche aus verschiedenen Einheiten zusammengezogen worden waren gingen auf eine sehr unkoordinierte und gewalttätige Weise gegen die in der Hauptwache befindlichen Personen vor. Ein Krankenwagen musste gerufen werden, um eine schwer verletzte Person abzutransportieren.

„Wir sind vom aggressiven Vorgehen der Polizei schockiert, und können uns auf keinen Fall erklären wie es dazu kommen konnte. Alles was nun von der Polizei zur Begründung ihres Verhaltens vorgebracht wird erscheint uns konstruiert und fadenscheinig.“ so Clara Critique und Wanja Korv abschließend.

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